Pressemitteilung

23.10.2020

Hochschulen decken großen Teil des Fachkräftebedarfs

Neue Studie: Bis 2030 rund 24.700 Experten und Spezialisten im Land Bremen gesucht

Mit rund 30.000 Studierenden ist das Land Bremen ein mittelgroßer Hochschulstandort, der insbesondere durch die Universität sowie die Hochschule Bremen als große öffentliche Hochschulen geprägt wird. Vergleichsweise kleiner ist der Hochschulstandort Bremerhaven mit etwa 3.000 Studierenden. „Die Hochschulen tragen entscheidend zur Deckung des Fachkräftebedarfs durch hoch qualifizierten Nachwuchs im Land Bremen bei“, fasst Ingo Schierenbeck, Hauptgeschäftsführer der Arbeitnehmerkammer, das Ergebnis der von der Kammer beauftragten Studie des Centers für Wirtschaftspolitische Studien (CWS) der Leibniz Universität Hannover zusammen. Im Rahmen des Projekts haben die Forscherinnen und Forscher die Wirtschaftsstruktur des Landes Bremen analysiert, zukünftige Fachkräftebedarfe hergeleitet und mehrere Referenzstädte vergleichend betrachtet.

„Die Hochschulen in Bremen und Bremerhaven mit ihrem naturwissenschaftlich-technischen Fokus sind auf die regionale Wirtschaftsstruktur ausgerichtet“, betont Ingo Schierenbeck. Hinsichtlich des Angebots im Bachelorstudium ist der Hochschulstandort Bremen auf Verkehrstechnik und Nautik spezialisiert beziehungsweise im Bachelor- und Masterbereich auf Biologie, Geowissenschaften sowie Elektro- und Informationstechnik. Ergänzend gibt es am Standort Bremerhaven Spezialisierungen auf die Bereiche Maschinenbau/Verfahrenstechnik sowie Agrar- und Ernährungswissenschaften. Damit besteht eine hohe Passfähigkeit zu der maritimen Wirtschaft und Logistik, Luft- und Raumfahrt, Windenergie und Automotive sowie zur Branche der Nahrungs- und Genussmittelindustrie.

Ein anderes Bild ergibt sich für die prognostizierten Bedarfe an Experten und Spezialisten in der Bremer Wirtschaft. Die Studie wagt hier mit eigenen Berechnungen und gestützt auf Erhebungen des Forschungsinstituts der Bundesagentur für Arbeit auch einen Blick in die Zukunft. Die Bremer Wirtschaftsstruktur hat im Vergleich zu anderen Großstädten ausgeprägte Schwächen in wissensintensiven Industrien und Dienstleistungen. Diese Wirtschaftszweige zeigen nicht nur ein besonders hohes Wachstum – sie strahlen durch ihre Innovationsstärke auch auf andere Sektoren aus. Die Studie empfiehlt eine intensive Förderung dieser Bereiche. „Durch den politisch verabredeten Masterplan Innovation und Dienstleistungen kann insbesondere der Bereich der wissensintensiven Beschäftigung in Bremen gestärkt werden“, so Schierenbeck.

Zugleich hat Bremen durch eine vergleichsweise schwache Beschäftigungsentwicklung in der Vergangenheit einen gealterten Arbeitsmarkt. Dadurch ergibt sich in naher Zukunft ein hoher Bedarf an akademisch ausgebildeten Arbeitskräften. Bis 2030 – zu diesem Ergebnis kommt die Studie – müssen im Land Bremen fast 24.700 Spezialisten und Experten hinzugewonnen werden. Herausragend sind die Bedarfe bei Ingenieuren und Technikern, in Erziehung und Lehre, in den Gesundheits- und Sozialberufen sowie in Informatikberufen.

Auf akademische Weiterbildung setzen

Akademische Weiterbildung kann – so die Untersuchung – einen wichtigen Beitrag dazu leisten, zukünftige Fachkräfte zu qualifizieren. Zudem wird ihr auch im Zuge fortschreitender Digitalisierung eine zunehmende Bedeutung zugemessen. Dennoch spielt sie im Studienangebot der meisten deutschen und auch Bremer Hochschulen bislang eine ungeordnete Rolle. Die Studie empfiehlt deshalb, mehr Studienangebote sowohl für akademisch als auch für beruflich Qualifizierte speziell in den genannten Berufen zu schaffen. Besonders für Beschäftigte sind berufsbegleitende Angebote wichtig, damit sie mit einer bestehenden Berufstätigkeit vereinbar sind. Gleichzeitig würden entsprechende Angebote die Durchlässigkeit zwischen beruflicher und akademischer Bildung erhöhen.

Für einen mittel- und langfristigen Ausbau des Studienangebots, muss die Grundfinanzierung der Hochschulen allerdings zwingend nachhaltig gesteigert werden. Die Hochschulen im Land Bremen sind im Hinblick auf ihre Grundmittelausstattung schon seit Jahren deutlich schlechter gestellt als Hochschulen in den meisten anderen Bundesländern. Im Bremer Wissenschaftsplan 2025 ist eine deutliche Anhebung der Grundausstattung vorgesehen. Sie soll insbesondere dazu beitragen, die personelle Ausstattung und die Wettbewerbsfähigkeit der Bremer Hochschulen im Vergleich zu anderen Standorten zu verbessern. Dafür muss die im Wissenschaftsplan verabredete Steigerung der Hochschulfinanzierung zwingend auch in den kommenden Haushalten beibehalten werden.

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  • Wirtschaftsstruktur, Fachkräftebedarf und Studienangebot in Bremen

    Eine Studie des CWS – Center für Wirtschaftspolitische Studien des Instituts für Wirtschaftspolitik im Auftrag der Arbeitnehmerkammer Bremen

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