Pressemitteilung

30.04.2020

Kurzarbeit weiter nutzen, jungen Menschen Perspektiven aufzeigen

Arbeitnehmerkammer zur Arbeitsmarktstatistik

Die Corona-Krise setzt den Arbeitsmarkt massiv unter Druck. Die heute veröffentlichten Zahlen aus der Statistik der Agentur für Arbeit zeigen das auch für das Land Bremen sehr deutlich. Sie sind mit dem Stichtag 14. April erhoben, also ungefähr einen Monat nach den einschneidenden Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus.

Im Vergleich zum Vormonat ist die Zahl der Arbeitslosen im Land Bremen um 3.782 oder 10,5 Prozent gestiegen. Im Land Bremen sind nun 39.793 Menschen arbeitslos. Die Arbeitslosenquote liegt jetzt bei 11,0 Prozent und ist gegenüber dem Vormonat um einen Prozentpunkt gestiegen.
Besonders viel Personal hat die Leiharbeit entlassen. Sie lag mit 462 neuen Arbeitslosen an der Spitze der Branchen, aus denen sich Beschäftigte arbeitslos melden mussten. Danach folgen Handel (363), Verkehr und Lagerei (287) und das Gastgewerbe (274). Das Gastgewerbe weist dabei die höchste Steigerungsrate auf: Die Zahl der Arbeitslosen hat sich innerhalb nur eines Monats mehr als verdoppelt. Die Zahl der Arbeitslosen steigt auch deshalb, weil Vermittlungen in Beschäftigung viel seltener gelingen und Weiterbildungsangebote nicht stattfinden können. „Wir erwarten, dass die Betriebe Kurzarbeit nutzen und die Beschäftigten nicht entlassen“, fordert Ingo Schierenbeck, Hauptgeschäftsführer der Arbeitnehmerkammer Bremen.

Sehr viel dramatischere Arbeitsplatzverluste werden gerade von der Kurzarbeit aufgefangen. Denn überall da, wo Kurzarbeit angemeldet wird, wollen die Betriebe ihre Beschäftigten halten und ihre Jobs über die Krise retten. Die Zahl der Betriebe und der Menschen, die im Land Bremen von Kurzarbeit betroffen sind, ist exorbitant hoch. 5.265 Betriebe haben Kurzarbeit angemeldet. Maximal von Kurzarbeit betroffen sind 109.759 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Das ist jeder und jede dritte sozialversichert Beschäftigte im Land Bremen. Für wie viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Betriebe das Kurzarbeitergeld wirklich in Anspruch nehmen werden, zeigt sich erst nach und nach, weil sie drei Monate Zeit für die Abrechnung haben.

Das Kurzarbeitergeld ersetzt nur 60 Prozent des vorherigen Nettoverdiensts, mit Kindern 67 Prozent. Für sehr viele Bremerinnen und Bremen wird das Geld also knapp. Zwar hat die Bundesregierung inzwischen Verbesserungen beschlossen, aber sie greifen erst nach einigen Monaten in Kurzarbeit. „Der Umfang der Kurzarbeit ist historisch ohne Beispiel. Durch die Einkommensausfälle geraten die Menschen in eine finanzielle Notlage. Das Kurzarbeitergeld sollte ab dem ersten Monat auf 80 Prozent, für Geringverdienende auf 90 Prozent angehoben werden. Das würde auch die Nachfrage stabilisieren“, so Schierenbeck.

Entwicklung auf dem Ausbildungsmarkt besorgniserregend

Mit Sorge muss auch die Entwicklung auf dem Ausbildungsmarkt beobachtet werden. Im April lässt sich bereits ein Rückgang der bei der Agentur für Arbeit gemeldeten Ausbildungsplätze gegenüber dem Vorjahr um 15 Prozent feststellen. „Es zeichnet sich ab, dass es im Sommer zu einem Einbruch bei den tatsächlich abgeschlossenen Ausbildungsverträgen kommen könnte“, sagt Schierenbeck. Dabei reiche das Angebot im Land Bremen schon im Normalfall nicht für alle Bewerberinnen und Bewerber. „Die Jugendlichen, die in den nächsten Wochen ihren Schulabschluss machen, brauchen ganz dringend Ausbildungsperspektiven. Staat und Sozialpartner müssen ein Programm zur Stabilisierung des Ausbildungsmarktes auf den Weg bringen.“ Schon jetzt zeichnen sich die besonderen Risiken für die Jüngeren am Arbeitsmarkt ab: Einen prozentual deutlich höheren Anstieg als die allgemeine Arbeitslosigkeit verzeichnete die Jugendarbeitslosigkeit in der Altersgruppe der 15 bis unter 25-Jährigen. Sie stieg um 486 junge Menschen auf insgesamt 3.974 (ein Plus von 14 Prozent).

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