Pressemitteilung

28.05.2020

Bremen-Fonds: Beschäftigte für zukunftsfähige Arbeitsplätze qualifizieren

Der vom Bremer Senat angekündigte Bremen-Fonds sollte genutzt werden, um eine zukunftsfähige Wirtschaftsstruktur zu fördern und Beschäftigte entsprechend zu qualifizieren. "Das Geld für die Krisenbewältigung muss auch die Beschäftigungsperspektiven der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer auf dem regionalen Arbeitsmarkt verbessern", betont Ingo Schierenbeck,  Hauptgeschäftsführer der Arbeitnehmerkammer Bremen. Mit gezielten struktur- und arbeitsmarktpolitischen Impulsen sowie Ausbildungsprogrammen könnte Bremen am Ende gestärkt aus der Krise hervorgehen.

Strukturwandel initiieren

Nach Auffassung der Kammer sind zukunftsgerichtete Branchen, Projekte und Querschnittsthemen in den Blick zu nehmen und damit die Modernisierung der Wirtschaftsstruktur zu beschleunigen. Insbesondere Bereiche wie die IT, die Pharmaindustrie und Medizintechnik oder die Gesundheits- und Sozialwirtschaft bieten dabei ebenso Potenziale für gute Arbeit und einen gelingenden Strukturwandel wie die Förderung von nachhaltigen Innovationen im Bereich von Mobilität und Energiewirtschaft. So verzeichnet die IT-Branche kontinuierlich ein starkes Beschäftigungswachstum und gilt als Treiber für Innovation und digitalen Strukturwandel. Die pharmazeutische Industrie und die Medizintechnik
werden auch wegen der Krise weiter an Bedeutung zunehmen. Bremen könnte von diesen Trends profitieren und so seinen industriellen Schwerpunkt diversifizieren, anknüpfend etwa an die hier ansässige Forschung zu digitaler Medizin. Die personennahen Dienstleistungen in der Gesundheits- und Sozialwirtschaft werden auch weiterhin ein Wachstumsmarkt bleiben. Die Berufe müssen attraktiver werden, zugleich müssen Fachkräfte geworben und aus- oder weitergebildet werden. Bremen als Logistik-, Hafen und Automobilstandort kann mit einem Mobilitätscluster
die Schaffung von Arbeitslätzen und klimafreundlicher Mobilität fördern. Dies gilt ebenso für den Bereich der postfossilen Energiewirtschaft.

Modellprojekte auflegen

Laut Kammer muss ein Qualifizierungsprojekt initiiert werden, um Beschäftigten wie Arbeitslosen die abschlussorientierte Qualifizierung in diesen Zukunftsbereichen mithilfe eines Qualifizierungsgeldes zu
ermöglichen. "Dies würde nachhaltige Beschäftigung schaffen und Fachkräftebedarfe in innovativen Bereichen sichern", so Schierenbeck. Zudem sollte für An- und Ungelernte das Nachholen eines Berufsabschlusses ermöglicht werden. Die Beschäftigten würden für die Weiterbildungszeiten freigestellt, aber weiterhin Lohn erhalten, zudem könnten sie bei Bedarf durch ein Landesqualifizierungsgeld gefördert werden. "Wir können uns so ein Modell zum Beispiel für die stationäre Langzeitpflege vorstellen", erläutert Schierenbeck. Hier gibt es nicht nur einen hohen Bedarf an Fachkräften, sondern insbesondere Frauen würden von der Qualifizierungsoffensive in dem sonst stark von Männern dominierten Arbeitsmarkt in Bremen profitieren.

Qualifizierungsbonus beibehalten

Bundesweite Aufmerksamkeit hat das Land Bremen bereits mit dem Landesprogramm für einen so genannten Qualifizierungsbonus erreicht. Diesen Bonus von 150 Euro pro Monat kann jemand zusätzlich zur Grundsicherung bekommen, wenn er oder sie an einer Umschulung teilnimmt, um nachträglich einen Berufsabschlusses zu erwerben. "Dieser Qualifizierungsbonus muss unbedingt erhalten bleiben und nach der Krise verstetigt werden“, fordert Schierenbeck.

Zukunftsfonds Ausbildung

Zudem schlägt die Arbeitnehmerkammer vor, einen Zukunftsfonds für Ausbildung im Land Bremen aufzulegen. "Wir müssen davon ausgehen, dass aufgrund der Krise künftig noch weniger Ausbildungsplätze zur Verfügung stehen werden. Deshalb brauchen wir dringend eine Lösung, wie wir jungen Menschen eine Berufsperspektive bieten können", betont Schierenbeck. Mit dem Programm Ausbildungsgarantie verfüge das Land bereits über Angebote, um fehlende Ausbildungsplätze auszugleichen – diese müssten nun temporär ausgeweitet werden, um mehr Möglichkeiten der außerbetrieblichen Ausbildung zu schaffen.  Darüber hinaus sollten Unternehmen, die Auszubildende aus Insolvenzbetrieben übernehmen, zunächst befristet bis zum 31. Dezember dieses Jahres mit einer einmaligen Übernahmeprämie unterstützt werden, so lange eine Bundesregelung noch aussteht. Auch die gezielte Förderung von Verbundausbildungen können dabei helfen, Ausbildungsplätze und Ausbildungskapazitäten bei den Unternehmen abzusichern.

Zum Herunterladen: Die ausführliche Stellungnahme „Arbeitnehmerorientierte Politik in und
nach der Krise - Impulse für einen Bremen-Fonds“
(PDF).

 

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  • Stellungnahme: Arbeitnehmerorientierte Politik in und nach der Krise – Impulse für einen Bremen Fonds

    Mai 2020

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