Pressemitteilung

19.06.2020

Ausbildung sichern und stärken!

Arbeitnehmerkammer und DGB zu den Herausforderungen am Ausbildungsmarkt

Die Folgen der Corona-Pandemie wirken sich zunehmend auf den Ausbildungsmarkt aus. Bis zum Mai 2020 wurden bei der Agentur für Arbeit im Vergleich zum Vorjahr 17,6 Prozent weniger Ausbildungsplätze im Land Bremen gemeldet. Das entspricht einem Rückgang von 783 Ausbildungsplätzen (minus 20,2 %) in Bremen und von 70 in Bremerhaven (minus 7,3 %). Annette Düring, Vorsitzende des DGB Bremen-Elbe-Weser, hält fest: "Die Situation am Ausbildungsmarkt ist dramatisch. Es dürfen nicht noch mehr junge Menschen bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz leer ausgehen." DGB und Arbeitnehmerkammer weisen zudem darauf hin, dass wegen der demografischen Umbruchphase in den kommenden Jahren die Wirtschaft auf ausreichend Fachkräfte angewiesen sein wird. Ingo Schierenbeck, Hauptgeschäftsführer der Arbeitnehmerkammer warnt: "Die Babyboomer gehen in Rente und der Nachwuchs droht zu fehlen. Die Corona-Krise darf nicht in eine Fachkräftekrise übergehen."

Ausbildungsverhältnisse absichern

DGB und Arbeitnehmerkammer begrüßen die auf Bundesebene beschlossenen Förderungen für Betriebe, die ihre Ausbildungsplätze nicht reduzieren oder Auszubildende aus Insolvenzbetrieben übernehmen. Aber auch die Auszubildenden brauchen Unterstützung. Der Unterrichtsausfall in den Berufsschulen und die besonderen Schwierigkeiten in Kurzarbeitsbetrieben sind für Auszubildende eine hohe Beeinträchtigung. "Wir brauchen deshalb ein landeseigenes Unterstützungssystem, damit die Auszubildenden in diesen schwierigen Zeiten ihre Ausbildung erfolgreich zu Ende bringen können", betont Schierenbeck. Dazu gehören Beratungsangebote zu Konflikten in der Ausbildung, zur finanziellen Absicherung oder zur Wohnungssuche sowie Angebote zur Nachhilfe oder Hilfe bei Prüfungsangst.

Eine Verbundausbildung kann zudem helfen, die Ausbildung auch bei Kurzarbeit in den Betrieben sicherzustellen. Die unter Umständen fehlenden Ausbildungsabschnitte können dann in Partnerbetrieben oder in Bildungseinrichtungen vermittelt werden. Solche Verbünde sollten politisch initiiert und gefördert werden.

Zukunftsfonds Ausbildung

Arbeitnehmerkammer und DGB fordern außerdem einen auf zwei Jahre befristeten Zukunftsfonds für Ausbildung für das Land Bremen. "Durch das bereits bestehende Landesprogramm Ausbildungsgarantie müssen zusätzliche, staatlich geförderte Ausbildungsplätze geschaffen werden", so Schierenbeck. Düring ergänzt: "Junge Menschen brauchen eine berufliche Perspektive und dürfen nicht in Übergangsmaßnahmen geparkt werden."

Notwendig ist auch, die Zahl der Ausbildungsplätze im öffentlichen Bereich und bei den landeseigenen Mehrheitsgesellschaften zu erhöhen. "Der öffentliche Arbeitgeber engagiert sich schon jetzt für die berufliche Ausbildung, aber er kann noch mehr", ist Düring überzeugt. Schierenbeck ergänzt: "Die aktuelle Krise zeigt, dass auch die schulischen Ausbildungen im Bereich Gesundheit, Pflege und Erziehung ausgeweitet werden müssen."

Unternehmen sind gefordert

Perspektivisch sehen Arbeitnehmerkammer und DGB allerdings die Unternehmen in der Verantwortung, das Angebot an Ausbildungsplätzen wieder deutlich zu erhöhen. "Die Ausbildung des Fachkräftenachwuchses bleibt Aufgabe der Arbeitgeber", unterstreicht Schierenbeck. In der letzten Wirtschaftskrise 2008/2009 sind mehr als 700 betriebliche Ausbildungsplätze im Land Bremen dauerhaft verloren gegangen. "Das darf sich nicht wiederholen. Deshalb muss der Ausbildungsfonds auf der Tagesordnung bleiben, der die Ausbildungskosten zwischen den Betrieben solidarisch verteilt und damit einen Beitrag zur Zukunftsfähigkeit des dualen Ausbildungssystems zu leisten kann", betont Annette Düring.

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  • Stellungnahme: Ausbildung stabilisieren und stärken

    Arbeitnehmerkammer und DGB zur Bewältigung von Herausforderungen durch die Corona-Krise am Ausbildungsmarkt, Juni 2020

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