Pressemitteilung

22.12.2020

Löhne sinken deutlich – An- und Ungelernte besonders betroffen

Arbeitnehmerkammer veröffentlicht neues KammerKompakt

Die Corona-Pandemie wirkt sich deutlich auf die Löhne im Land Bremen aus. So lagen die Verdienste im zweiten Quartal dieses Jahres 4,9 Prozent niedriger als noch 2019. Hauptursache waren die – meist vorübergehenden – Schließungen und Teilschließungen vieler Betriebe und damit der Rückgang der bezahlten Wochenstunden. Allein im April waren rund 72.000 Beschäftigte im Land Bremen in Kurzarbeit – wobei das Kurzarbeitergeld nur einen Teil der Einkommensverluste decken konnte. „Häufige Folge der Corona-Krise sind sinkende Einkommen – viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer waren in Kurzarbeit, viele mussten auf Lohn verzichten“, betont Ingo Schierenbeck, Hauptgeschäftsführer der Arbeitnehmerkammer Bremen.

Vom Lohnrückgang waren in diesem Jahr vor allem An- und Ungelernte betroffen. Bei den Ungelernten betrug der Rückgang der Löhne (nominal) im zweiten Quartal 2020 14,2 Prozent, bei den Angelernten sogar 17,9 Prozent. Fachkräfte mussten 3,9 Prozent Lohneinbußen verkraften, herausgehobene Fach- und Führungskräfte 2,7 Prozent. „Die Pandemie verschärft die Einkommensungleichheit“, mahnt Schierenbeck. Unternehmen und Politik müssen deshalb verstärkt in Aus- und Weiterbildung investieren.

Hohe Durchschnittsgehälter dank starker Industrie

Im bundesweiten Vergleich schneidet das Land Bremen bei den durchschnittlichen Vollzeitlöhnen weiterhin gut ab: Im zweiten Quartal 2020 verdienten Beschäftigte mit Arbeitsort Bremen oder Bremerhaven durchschnittlich 3.898 Euro monatlich. Hinzu kamen rund 422 Euro pro Monat an Sonderzahlungen. Wobei es deutliche Branchenunterschiede gibt: Während in der Industrie die Gehälter traditionell hoch sind, sind sie im Gastgewerbe, der Leiharbeit oder im Kurierdienst weiterhin sehr niedrig. Die Spanne der Monatsgehälter in Vollzeit reicht von 1.572 Euro brutto im Gastgewerbe bis hin zu 4.822 Euro brutto im Bereich Finanzen und Versicherungen. Hinzu kommt, dass fast 38 Prozent der Beschäftigten ausschließlich einem Minijob nachgehen oder in Teilzeit arbeiten. Deren Verdienste können in den obigen Zahlen nicht abgebildet werden.

Hoher Niedriglohnanteil in Bremen

Besorgnis erregend bleibt der nach wie vor hohe Anteil an Niedriglöhnen im Land Bremen. Bei Vollzeitbeschäftigten liegt der Niedriglohn derzeit bei 2.267 Euro brutto monatlich. Bundesweit sind die Anteile an Niedriglöhnen zurückgegangen – in Bremen war dies nur leicht der Fall, in Bremerhaven ist der Anteil dagegen gestiegen und beträgt jetzt 20,9 Prozent (Bremen: 16,4 Prozent). Legt man die Stundenlöhne zugrunde, rechnet also auch die Teilzeitbeschäftigten und Minijobber mit ein, so liegt der Niedriglohnanteil im Land Bremen sogar bei 26,4 Prozent und damit deutlich über dem Durchschnitt.

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  • KammerKompakt: Verdienste im Land Bremen 2020

    Was macht Corona mit den Löhnen? Dezember 2020

     

     

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